Sunday, February 9, 2014

Alle Märchen sind nur Träume von jener heimatlichen Welt, die überall und nirgends ist.



Die Sonnenstrahlen umrahmten ihr Gesicht, weniger porzellananmutend, viel mehr dominierte eine vornehme Blässe, die verriet, dass die trübe Jahreszeit bereits seit einigen Monaten präsent war. Da saß sie, berauscht von der Stille des Waldes, die Haare verweht in der frischen Brise, welche so allgegenwärtig war. "Ruhe", dachte sie und sog die Luft tief ein. Ihr Blick wanderte an den zahlreichen Birken vorbei, die mit ihren maroden weißlichen Rinden etwas märchenhaftes erzählten, eine Geschichte der Zuversicht und Unsterblichkeit, hinweg zum bunten Laub auf dem Boden. Es war nicht mehr von solch goldener Pracht, wie noch im Herbst, ein gräulicher Schleier überzog den Anblick getrockneter Blätter, die knirschten, sobald man seinen Fuß zwischen ihnen rührte. Dennoch war es wunderschön, wunderschön an einem Ort, der so verlassen, wie glückselig wirkte. Besinnlichkeit, fernab des Trubels, fernab des Lärms und der pulsierenden Menschheit, die es nicht wagten, zu verweilen. Verweilen wie damals, als Zeit keine Rolle spielte. Als Zeit noch so unendlich erschien. Als Zeit noch kein Maß, sondern eine Chance war. Der perfekte Ort um sich treiben zu lassen, um Gedanken abzuschütteln und bei sich selbst zu sein. Sorgenlos. Zufrieden. Wie im Märchen eben.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntagabend, mit schönen Gedanken, bevor die Unruhe der nächsten Woche wieder beginnt. (Ohne sinnlose First-World-Problems à la "Klausurenwoche", "Haardepressionen" oder "Bizepswachstum", die mich derzeit quälen.) Zur Ruhe, zu sich selbst kommen, auf die guten Dinge besinnen und Kraft tanken. Genießt euch und eure Lieben so oft wie möglich. Denn nur darum geht es wirklich.

Liebst,
Bianca










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