Heute werden wir einmal ernst, liebe Leute. Eine lange Weile irrte die Idee umher, ein für mich elementares und sensibles Thema anzusprechen, dass möglicherweise auf eine wilde Diskussion treffen könnte (zumindest wäre dies zu 2939492% der Fall im bekannten Mecker-und-Mobbing- Kleiderkreisel-Forum ;)).
Da ich bisher ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte auf Le Même Contraire veröffentlicht habe, wird es unsere treuen Leser kaum überraschen, dass ich an dieser Stelle gern einige knappe, aber dennoch eindeutige Worte über die Beweggründe einer fleischlosen (nicht veganen!) Ernährung verlieren möchte. Selbstverständlich akzeptiere ich jede andere Meinung, möchte niemanden belehren oder bekehren, sondern lediglich aufklären, informieren und möglicherweise zum nachdenken anregen. Wir sind keine Professoren, keine Weltverbesserer, ich möchte den Blog nur als Plattform nutzen, um meine Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Um euch das ganze etwas schmackhafter zu machen, verbinde ich diese sensible Thematik mit einem wunderbarem umd superflottem Rezept, das vor allem bei Gästen immer sehr gut ankommt. Be inspired!
Jährlich werden in Deutschland xx Tiere brutal umgebracht, um den unfassbar hohen Fleischkonsum (xx kg pro Kopf im Jahr) zu decken, beziehungsweise den Forderungen der Menschen nachzugehen. Dabei steht vor allem eines im Fokus: der persönliche Profit! Für die einen spielt die Idee des größtmöglichen Gewinns die entscheidende Rolle, Achtung vor Tier und Natur tangieren diese Discountfleischriesen eher peripher. Auf der anderen Seite allerdings steht der Verbraucher, der wie immer das gleiche fordert: einen Spottpreis! Billig billig billig, viel viel viel! Gelegentlich findet sich sogar ein Depp, der für diesen Kurs sogar Qualitat fordert (und höchstwahrscheinlich stupiden Werbemaßnahmen à la "saftige Rindersteaks in sagenhafter Qualität für nur unglaubliche 9,99€! Schlagen Sie jetzt zu!!" Glauben schenkt).
Fakt ist: eine gute Fleischqualität hängt von der Haltung und dem Futter ab. Fakt ist auch: so eine Haltung kostet Geld, deutlich mehr Geld. Wer dem Mythos "Hochwertiges, billiges Fleisch" (entdeckt ihr den Gegensatz?) also glaubt, der behauptet schätzungsweise noch immer, dass der Weihnachtsmann existiert. Ihr müsst jetzt stark sein: Dem ist NICHT so! Für gutes Biofleisch muss man nicht umsonst tiefer in die Tasche greifen (Achtung: Auch hier gibt es schwarze Schafe! Deshalb gerne zu Biohöfen fahren und mit eigenen Augen die Gegebenheiten begutachten!).
Wenn man jetzt aber nicht auf Fleisch verzichten will, gleichzeitig aber nicht genügend Kleingeld für Qualität übrig hat? Verzichten! Nicht auf ewig, aber ein täglicher Fleischkonsum ist bewiesenermaßen weder gut für den Körper, noch für die Umwelt. Spart dieses Geld, auch wenn es noch so günstig erscheint - Kleinvieh macht auch Mist. Gönnt euch gelegentlich Qualität - dann wächst auch der Respekt vor dem Tier, das Geschmacksempfinden und das Gefühl für WIRKLICHE Qualität.
Ihr seid stutzig geworden? Solche Worte von einer Vegetarierin? Wie bereits erwähnt, muss jeder für sich selbst entscheiden, was er ist. Punkt. Ich verurteile niemanden, rege nur zum Nachdenken an und schätze es sehr, wenn Leute, die unter keinen Umständen komplett auf Fleisch verzichten können, auf einen Bioschlachter zurückgreifen. Und dennoch gibt es genügend Gründe, weswegen man Vegetarier werden sollte. Aufgepasst! (Ich beziehe mich hier auf diese externe Quelle, da sie wunderbar alles zusammenfasst)
Der Gesundheit zuliebe
Wissenschaftliche Vegetarier-Studien zeigen, dass Vegetarier ein wesentlich niedrigeres Risiko haben, an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Allergie, Diabetes etc. zu erkranken. Industriell produziertes Fleisch enthält außerdem oft gefährliche Rückstände an Hormonen und Antibiotika.
Der Umwelt zuliebe
Die Exkremente aus der Massentierhaltung sind hauptverantwortlich für die Schadstoffbelastung vieler Gewässer. Der Wasserverbrauch bei der Fleischproduktion ist um ein vielfaches höher als bei der Produktion von pflanzlicher Nahrung. Es werden 20.000 Liter Wasser benötigt, um 1 kg Fleisch herzustellen, aber nur 50 Liter Wasser für 1 kg Weizen. Jährlich werden hundertausende Quadratmeter Regenwald vernichtet, um darauf Tiere für den Verzehr zu züchten.
Fleisch essen heißt Nahrung verschwenden
Um 1 kg Fleisch zu produzieren, werden zwischen 7 und 16 kg Getreide an Tiere verfüttert. Allzu oft kommen Futtermittel wie Soja aus wirtschaftlich armen Ländern in denen Menschen nicht genug zu essen haben. Durch den ungezügelten Fleischkonsum in den reichen Industriestaaten bewahrheitet sich leider das Sprichwort: "Das Vieh der Reichen, frisst das Brot der Armen!"
Fleisch essen kommt uns teuer
Tierische Nahrungsmittel sind nur scheinbar billig. Um ihre unrentable Produktion aufrecht zu erhalten, muss sie mit hunderten Millionen an Steuergeldern subventioniert werden.
Genießen macht Freude
Ein wahrer Genießer isst sicher nicht nur gerne mit dem Mund, sondern auch mit den Augen und dem Herzen. Jedem feinfühlenden, verantwortungsvollen Menschen schmeckt es sicher besser, wenn seine Mahlzeit nicht Elend, Qual und Tod über andere Lebewesen bringt.
Puuuuh - ein Mammutpost! ;)
"Die Unwissenheit ist wie das Schweigen eine wunderbare Freistatt; sie schützt vor jeder Empörung, jedem Widerwillen und jedem Protest des Gewissens."
Viel Spaß mit dem Rezept und einen hinreißenden Tag noch für euch :)
Liebst,
Bianca
Bianca
Rote Beete-Carpaccio mit gebratenen Birnen, Kürbiskernkrokant und Feldsalat
Zutaten für 4 Personen:
3 rote Beeten (gekocht, vakuumiert)
2 Handvoll Feldsalat
1 Birne
1 Handvoll Kürbiskerne
30 ml Wasser
50 g Zucker
Dressing:
1 Schalotte
1 EL Olivenöl
1 TL Balsamico (evtl auch Creme)
1 TL Senf, scharf
Salz
Pfeffer
Schritt für Schritt zum Glück:
1. Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten, Wasser und Zucker hinzugeben und karamellisieren. Wenn das Wasser verdampft, die Kerne auf einem Backpapier verteilen und auskühlen lassen.
2. Birnen entkernen, schälen und Spalten schneiden. Mit etwas Öl in der zuvor zum Karamellisieren benutzten Pfanne von allen Seiten anbraten.
3. Rote Beete in superfeine Scheiben schneiden (also nicht so wie ich ;)). Dafür eignet sich eine Schneidemaschine oder ein Hobel. Auf einem Teller drappieren.
4. Für das Dressing die Schalotten fein schneiden und mit den restlichen Zutaten vermengen.
5. Feldsalat waschen, evtl unten den "Strunk" entfernen und auf dem RoteBeeteCarpaccio anrichten. Mit dem Dressing beträufeln.
6. Warme Birnen danebenliegen und das Kürbiskrokant drüberbröseln.
Et voilà - bonne appetit!





oh wooow, das sieht unglaublich lecker und toll aus! ich persönlich mag nicht wirklich rindercarpaccio - da wär rote beete carpaccio ja mal die perfekte alternative :) gute idee!!
ReplyDeleteliebst, laura
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